"Der Frauenfußball hat an Ansehen gewonnen"

"Der Frauenfußball hat an Ansehen gewonnen"

SG Bockenem/Ambergau Damen 11.04.2021

Für das vierte Interview stand unsere langjährige Mädchen- und Damenspielerin Maybritt Marten bereit

Hi Maybritt, schön, dass du etwas Zeit hast. Wie geht's dir momentan so?

M: Hi, mir geht es ganz gut. Natürlich fehlt mir aber vor allem der Fußball, als jahrelanger Begleiter im Alltag meines Lebens, in dieser Zeit sehr.


Kommen wir zur Mannschaft. Ihr hattet nur vier Ligaspiele vor dem Abbruch, habt die aber alle gewonnen. Wie kam es, dass es so gut losging?

M: Wir hatten eine starke Vorbereitung mit zahlreicher Beteiligung und wichtigen Freundschaftsspielen, was uns gut vorbereitet hat. Schon die Freundschaftsspiele vorab liefen sehr gut für uns, was uns definitiv auch für die Saison gepusht hat. Unser Trainerteam hat uns mit dem richtigen Mix mega auf die Saison vorbereitet und wir haben uns einfach alle reingehangen in den Spielen, um diese Leistung zu erbringen. Ich denke auch, dass einfach alle Umstände dafür gestimmt haben und immer noch stimmen. Wir haben uns in den vergangenen Jahren zu einer starken Mannschaft entwickelt und haben ein mindestens genauso starkes und funktionierendes Trainerteam.


Im Frühjahr verkündete eure Trainerin Lea, dass sie auch noch einmal auf dem Feld für euch angreifen möchte. Hat dich und euch das überrascht?

M: Ich spiele mit Lea schon sehr lange Fußball und mir war klar, dass sie nie ganz die Schuhe an den Nagel hängen kann. Demnach war es für mich keine große Überraschung. Sie lässt sich von nichts unterkriegen und der Fußball ist einfach ihre riesengroße Leidenschaft. Sie versteht den Fußball, weiß was sie tut und wann sie spielen wird. Es freut mich absolut für Lea, dass sie den Schritt gewagt hat, da die vielen schweren Verletzungen hart für sie waren. Natürlich freue ich mich auch sehr darüber, sie wieder neben mir auf dem Spielfeld zu sehen, auch wenn ich aus Angst um sie häufiger mal beide Augen zudrücke, sofern es zum Zweikampf kommt. Dennoch überwiegt die Freude darüber definitiv!


Blicken wir mal etwas zurück. Du bist von Beginn an bei den SVB-Damen dabei, hast zuvor schon seit 2010 in der Mädchenmannschaft gespielt. Hast du in all den Jahren eine Veränderung in der Wahrnehmung des Mädchen-/Frauenfußballs bemerkt?

M: Der Frauenfußball hat auf jeden Fall an Ansehen gewonnen in den letzten 15 Jahren. Speziell für mich macht sich das an den Zuschauerzahlen bei unseren Spielen bemerkbar. Das freut mich unheimlich. Besonders hervorzuheben sind für mich da eindeutig einige Spieler unserer zweiten Bockenemer Herren. Die uns sogar bei den weitesten Auswärtsspielen anfeuern, sofern es mit ihrem Spielplan zu vereinbaren ist. Auch in unseren beiden Vereinen (SV Bockenem 07 & FC Ambergau/Volkersheim) werden wir gesehen und sind den Vereinen wichtig. Das ist klar und das spürt man. Aber natürlich ist im Vergleich zum Herrenfußball definitiv noch Luft nach oben für den Frauenfußball. Ich bin dennoch sehr froh über diese Entwicklung!


Sind von deinen Mitspielerinnen aus den Anfangsjahren im Mädchenfußball noch welche dabei?

M: Es gibt da ganz klar noch einige mit denen ich seit Anfang an zusammenspiele. Ein paar dieser Spielerinnen haben uns in den letzten Jahren leider verlassen. Dennoch bilden immer noch Laura Pfaffenrath, Gesa Schwedeck, Jacky Bode, Tabea Emmermann und Lea Bey diesen Kern seit vielen Jahren. Bis auf kurze Unterbrechungen durch Auslandsaufenthalte oder Vereinswechsel von einigen dieser Mädels, spielen wir seit ungefähr zehn bis 15 Jahren gemeinsam beim SVB. Ohne sie könnte ich mir Fußball auch kaum vorstellen - es fühlt sich an wie Familie.


Seit vier Jahren läuft die Spielgemeinschaft mit dem FC Ambergau/Volkersheim. Wie kam es damals dazu und wie läuft es derzeit?

M: Wir vom SV Bockenem 07 haben damals seit zwei Jahren in dem Damenbereich gespielt. Davon ein Jahr in der Kreisklasse und ein Jahr in der Kreisliga. Wir hatten einige Abgänge einstecken müssen und waren nicht mehr viele aktive Spielerinnen. Den Mädels von Ambergau ging es genauso, weswegen der Gedanke einer Spielgemeinschaft entstanden ist. Zusammen mit den Trainern beider Mannschaften Lea Bey und Lauritz Elsen und allen Spielerinnen beider Teams haben wir dann gemeinschaftlich beschlossen, diese Spielgemeinschaft anzumelden. Dazu mussten einige Formalien stimmen, sowie die Stimmung unter uns Mädels. Vorher hatten wir zwei Probetrainingstage und einen gemeinsamen Mannschaftsabend verbracht, um es zu testen.
Ich persönlich finde, dass es das beste war, was beiden Mannschaften passieren konnte. In unserer ersten gemeinsamen Saison sind wir direkt in die Bezirksliga aufgestiegen und haben den Kreispokal gewonnen, das spricht für sich. Wir sind zu einem starken Team zusammengewachsen und haben einen besonderen Zusammenhalt entwickelt, ganz egal unter welchem Verein man ursprünglich gespielt hat. Dieses Thema spielt unter uns überhaupt keine Rolle. Besser könnte ich es mir kaum vorstellen. Ich bin mir sicher, dass das alle andern Mädels genauso bestätigen würden.


Was nehmt ihr euch für die kommende Saison vor?

M: Wir wollen am besten da weitermachen, wo wir aufgehört haben - im oberen Drittel der Bezirksliga. Trotz der langen fußballfreien Zeit haben wir uns ganz gut fit gehalten, sodass mit Sicherheit einiges drin sein könnte und wir nicht bei Null anfangen müssen. In erster Linie müssen wir aber wieder das gemeinsame Spiel, wie vor der Corona-Pause, verinnerlichen. Ich denke, dann steht einer erfolgreichen Saison in der Bezirksliga nichts im Weg. Ich freue mich schon sehr, wenn es endlich weitergeht und kann es kaum abwarten. Ich vermisse den Fußball und meine Mädels sehr!

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